Sonntag, 30. März 2014
Ein Febrero in Paraguay
Viel zum Februar gibt es eigentlich nicht zu erzählen und das Wenige, was passierte, musste ich erst einmal verdauen und selbst verkraften, um darüber berichten zu können.
Angefangen hat der Februar richtig beschissen, wie man es so schön auf hochdeutsch sagt.
Die Nachricht, dass Liz, eins meiner 10 jährigen Mädchen aus meinem Zentrum, von einem Mülltransporter im warsten Sinne des Wortes platt gewalzt wurde, hat mich zu tiefst schockiert.
Ganz ehrlich, ich hielt es in den ersten Augenblicken einfach für einen makaberen Scherz meiner Arbeitskolleginnen, dass ausgerechnet unsere kleine Rabaukin Liz tot sein soll.
Als mir jedoch von allen die Wahrheit der schrecklichen Geschichte bestätigt wurde, war ich einfach fassungslos.
Sie, Lucas-ihr jüngerer Bruder- und Freunde waren am späten Nachmittag Plastikflaschen sammeln in der Community, um sich Geld dazu zu verdienen, als Liz von einem Müllauto mitgenommen wurde. Der aufgewühlte Dreck hat sie unter die Schaufelräder gezogen und meterweit mitgeschleift und immer weiter eingezogen. Mir wurde berichtet, sie habe noch gelebt, als endlich die Polizei und ein Krankenwagen eintrafen.
Als wir am folgenden Tag bei ihrer Familie zu Hause eintrafen, um unser Beileid zu wünschen, hat es mich vollends umgehauen: Liz lag in einem kleinen Sarg aufgebahrt, für jeden sichtbar und nur mit einem Tuch abgedeckt.
Den Anblick werde ich nie vergessen, jedoch werde ich sie als diejenige in Erinnerung halten, wie ich sie kennengelernt habe. Ein aufgewecktes Mädchen, das lieber Fußball spielte und sich mit den Jungs raufte, als wirklich mädchenhaft zu sein.


Das zweite Februarwochenende, das schon seit einem Monat fest eingeplant war für einen Ausflug zum Karneval in Encarnación mit meinen Freunden, lag ich dann leider mit viel Fieber flach im Bett. Befürchtung: Dengue-Fieber. Nachdem Blutuntersuchungen gemacht wurden und ich nach 5 Tagen aber immer noch unter hohem Fieber litt, kam schließlich heraus, dass es nur eine Infektion war. Infektion von was, keine Ahnung.

Beinahe den gesamten Februar war unser Zentrum geschlossen, da es ein Problem mit der Kloake gab. Sobald der Wasserhahn aufgedreht wurde, oder die Klospülung betätigt wurde, kam die Kloake direkt im Eingang unseres Zentrums wieder an die Oberfläche. Das war ein netter Geruch sag ich euch!
Deshalb konnten die Kinder nur noch zum Mittagessen kommen und die Arbeit war richtig langweilig.

Also alles in allem, ein guter Monat war der Februar wirklich nicht.

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Wie das Jahr 2014 begann
Hallo meine Lieben,

hiermit entschuldige ich mich zu tiefst, für die ewig lange Wartezeit auf ein Lebenszeichen meinerseits...
Ich versuche gar nicht erst, eine Erklärung, und somit eine Ausrede, zu finden, wieso ich so lange gebraucht habe, bis ich es erneut geschaffft habe, mir die Zeit zu nehmen, euch zu berichten. Aber heute ist es endlich so weit. Auch, wenn ich die 3 Monate in einem Post sicherlich nicht aufarbeiten kann.

So, fange ich mal mit der Feier ins neue Jahr an. 2014 begann für mich sehr ungewöhnlich. Wir haben alle zusammen gegessen bei uns zu Hause auf der Terasse. Anwesend waren nur die Großeltern. Dann wurde um Punkt 12 sich gratuliert und Küsschen gegeben und eine halbe Stunde später war der Spuk auch schon vorbei. Die Gäste sind gegangen und wir, meine Schwester und ich, haben uns für die anstehende große Party zurecht gemacht, auf die wir dann gefahren wurden. Bis es dann endlich wirklich losging mit dem "Ins Neue Jahr feiern" war es eine stundenlange Warterei.
Die Party an sich war gut, nur etwas versnobbt, was ich mir bei dem mega überteuerten Eintrittspreis jedoch schon dachte.
Ich glaube das wars auch schon zu Silvester. Das Seltsamste an diesem Abend war, dass ich mir die Feuerwerke nicht ansehen durfte, da Verrückte um 12 durchaus mit Pistolen in die Luft schießen und dadurch schon einige schwer und sogar tötlich verletzt wurden...

Nachdem ich den 1.1 als freien Tag genossen habe (an Silvester musste ich nämlich arbeiten), ging der Alltag auch schon wieder wie gewohnt weiter.
Die Arbeit schlauchte mich und Urlaub war drinngend nötig.

Am 9.01.14 ging es dann auch endlich los, freie Tage genießen. Meine Gastschwester hat mich auf eine Reise nach Brasilien an den Strand in ein wunderschönes Dörfchen namens Ferrugem mitgenommen. Eine Reise, die 25 Stunden im Bus mitsich brachte und aus vielen lauten jungen Erwachsenen Teilnehmern bestand. Es war eine gelungene Fahrt mit viel Abwechslung und Aktion, worunter auch Sandborden und Wasserfallspringen fiehl. Erholung habe ich mir jedoch vergeblich erhofft. Nach dem 10tägigen Urlaub war ich noch verschlafener als schon davor. Anbei hänge ich euch ein paar Bilder von Brasilien, ein Land, das landschaftlich wirklich alles besitzt, was das Herz begehrt.



Die meterhohen Dünen, auf denen man sich am Sandborden versuchen konnte, was ehrlich gesagt leichter aussieht, als es ist.

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Samstag, 28. Dezember 2013
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch
Hallo meine Lieben,
bitte entschuldigt die lange Wartezeit auf einen neuen Eintrag, hier ging es im letzten Monat drunter und drueber.
Ich hoffe ihr hattet alle wunderschöne Festtage.
Ich habe kurz vor Weihnachten die Familie gewechselt und somit meine Feiertage mit einer neuen Familie verbracht, die ich erst 1 Woche kannte. Weihnachten war trotzdem schön, wenn auch ungewohnt heiss- 43 Grad...
Für den Wechsel gab es mehrere Gründe und ich bin wirklich froh jetzt eine neue Chance und quasi einen neuen Anfang hier bekommen zu haben.
Mir geht es sehr gut, ich geniesse die Wochenenden, die Sonne und fahre -wenn alles gut geht- mit meiner neuen Gastschwester in 2 Wochen nach Brasilien in den Urlaub, den ich mir auch wirklich verdient habe.
zur Zeit ist meine Arbeit nämlich sehr anstrengend. Die kinder haben Ferien und sind deshalb noch unausgelasteter als normal. Dazu kommt, dass viel mehr Kinder kommen, wir aber nur 2 Betreuerinnen sind, da eine in Schwangerschaftsurlaub ist und die andere sich ihren ein einhalb Monate andauernden Urlaub genommen hat.
Ich wuensche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und natürlich alles Gute!
Liebe Grüße aus dem fernen Paraguay, eure Sinja

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Donnerstag, 14. November 2013
Weitere zwei Wochen
Hallo meine Lieben,

schon sind wieder 2 Wochen vergangen und ich werde das Gefühl nicht los, dass die Zeit rennt.
Letzte Woche Dienstag war das Red Hot Konzert, was wirklich super war.
Danach haben wir (ich und drei Freunde) am Auto auf meinen Bruder gewartet und wurden das erste und hoffentlich auch das letzte Mal überfallen. so richtig wie im film: ein Mann auf dem Motorad kommt angefahren, hält direkt vor uns und verlangt unsere Handys... eindrücklich bleibt mir die pistole in erinnerung, die er zwar nicht auf uns richtete, aber dennoch in der hand hielt. So verloren wir alle 4 unsere Handys und bekamen zusätzlich noch einen ganz schönen Schrecken.
In meiner Arbeit habe ich begonnen, Englischunterricht zu geben. Die Nachfrage ist groß, wenn Kinder da sind. zur Zeit gibt es wieder kein Geld, die Secretaria zahlt nicht... steckt wohl alles in ihre eigenen Taschen, so korrupt wie hier manches zugeht...
Deshalb kommen überhaupt keine Kinder mehr... wir sind dazu übergegangen zu Häkeln oder Uno zu spielen, weil nachmittags bis auf uns Betreuer wirklich niemand da ist.
Das ändert sich bestimmt bald wieder, sobald eine neue Ladung Lebensmittel in meinem Centro ankommt.
Letztes Wochenende war der Geburtstag meiner Gastschwester und wir haben viel zusammen unternommen, was sehr schön war. langsam wird es hier warm... immer über 30 Grad. Daran muss ich mich noch gewöhnen und vor allem daran, dass ich wohl ständig Schnupfen haben werde wegen der Klimaanlage... aber ohne wäre es auch beinahe unmöglich einzuschlafen.
Ganz liebe Grüße aus Paraguay!

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